Wenn die Wörter tanzen
Geschichten für Kinder erfinden und erzählen
für Flori, den kleinen Feuerwehrmann,
und seinen Papa Thomas
Eine Geschichte erfinden und sie dem Kind erzählen ist etwas ganz Besonderes.
Es ist eine Art Zwiesprache.
Es schafft, noch weit mehr als das Vorlesen, eine Form von Beziehung und Zuwendung, Nähe und Aufmerksamkeit, die die Kinder so sehr genießen.
Das Besondere an diesen Geschichten ist, dass sich der Erwachsene und das Kind selbst in mehrfacher Hinsicht sehr direkt einbringen und die Geschichten nach eigener Vorstellung und nach entsprechender Situation gestalten, verändern und anpassen können.
Leider haben viele Menschen die Befürchtung, ihnen fehle das Talent und die Begabung, eine Geschichte zu erfinden. Dabei bietet allein die Lebenswelt der Kinder, sowie all das, was sie täglich bewegt und begeistert, genügend Stoff für spannende, witzige und zahlreiche Erzählungen.
All Diejenigen, die trotzdem noch zögern, finden im folgenden ein paar Tipps, die den Einstieg in die Gestaltung einer Geschichte erleichtern:
* Günstig sind immer ein oder zwei Hauptfiguren, in denen das Kind sich selbst und
seine Umgebung wieder erkennen kann. Äußert beliebt ist bei Kindern, wenn die-
se Hauptfigur immer wieder eine feste Redewendung zum Besten gibt, die sie
näher charakterisiert und besonders macht.
* Tiergestalten als Hauptfiguren sind für alle Kinder interessant. In kleinen, frechen
oder großen, starken Tieren finden sie schnell ihre eigenen Gefühle und Be-
dürfnisse gut aufgehoben.
* Auch die Darstellung der Groß- / Klein- Beziehung spricht immer
Fragen der Kinder an, beliebt ist dabei das Vertauschen der Rollen.
* Das Thema Helfen und Füreinandersorgen z.B. lässt sich gut daran anschließen.
* Weitere Themen können sein, dass etwas Innen ganz anders aussieht, als man
es von Außen vermutet, z.B. ist ein vermeintlich kleines Haus in Wirklichkeit ganz
geräumig. Das Rätselraten, wo verlorene Gegenstände sein könnten, wer sie
wohl an einen anderen Ort gebracht haben könnte, ist ebenfalls ein Geschich-
tenanfang für abenteuerlichste und geheimnisvollste Vermutungen. Hier können
sich mit einem Mal Zwerge und Trolle in den Geschichten tummeln.
* Schön ist es, wenn das Erzählte die Sinne der Kinder anspricht,
wenn z.B. von Gerüchen und Geschmacksempfindungen die Rede ist. So
ist es sehr gut möglich, auf die Vorlieben des Kindes einzugehen.
Auch was das Vortragen der Geschichte angeht, gibt es ein paar Tipps:
* Wörtliche Reden beleben eine Erzählung ungemein! Verschiedene Stimmen für
die verschiedenen Figuren sind auch sehr beliebt bei allen Kinder.
* Abwechselnd laut und leise sprechen, langsam und schnell, kleine Pausen ein-
bbb legen, das gibt den Geschichten einen eigenen Rhythmus und viel Spannung.
Einige Kinder lieben es, sich auch selbst einzubringen. Eine Möglichkeit dazu ist, Bewegungsabläufe in die Geschichten einzubringen, gemeinsam pantomimisch auf Leitern hochzuklettern, durch das Unterholz zu kriechen, mit der Nase Gerüchen zu folgen………
Aber auch den Verlauf der Geschichte wollen einige Kinder zumindest mitbestimmen,
bringen auf diese Art ihre Fragen, vielleicht auch Probleme ein, andere wiederum lassen sich lieber überraschen. Allen gemeinsam ist, dass sie mit Sicherheit ständig eine Fortsetzung der Abenteuer ihrer persönlichen Helden hören wollen. Deshalb eignet sich das Erfinden und Vortragen der Geschichten gut für ein kleines Ritual:
Sie bleiben etwas Besonderes, wenn sie einen ganz bestimmten Platz im Alltag haben: z.B. abends vor dem Einschlafen, am Sonntagmorgen oder zur Dämmerstunde.
Vielleicht kann es auch einen Ort in der Wohnung geben, der zur Geschichtenecke wird, einen Ort, der gemütliche Ruhe und kuschelige Nähe gibt. Man kann auch einen Geschichtenteppich ausrollen oder ein kleines Geschichtenzelt mit ein paar Tüchern schaffen. Auch eine bestimmte Kerze oder Laterne kann immer vor dem Erzählen angezündet werden.
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