Wohltuende Klänge
Unsere Kultur schreit,
sie schaut zu viel
und hört zuwenig.
Weiß zu wenig
Von der Innenseite der Dinge,
des Seins,
der Töne und Klänge
J.E.Behrend
Klangerlebnisse aller Art haben entscheidenden Einfluß
auf uns, körperlich, seelisch und geistig. Bereits eine
“musikalische” Viertelstunde pro Tag tut viel
für das körperlich-seelische Gleichgewicht, denn
wer hört, der fühlt!
Nun gibt es zwei Möglichkeiten, sich die Heilkraft der
Klänge und der Musik zu Nutze zu machen:
zuhören, lauschen oder aktiv Klang – und Rythmuserfahrung
sammeln.
Im ersten Fall geht es dabei nicht um das
flüchtige Hören, sondern um das bewußte Zuhören,
das Lauschen.. Das bedeutet in allererster Linie, Reize auszuschalten,
Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden und sich
zu konzentrieren.
Bewusstes Hören und Lauschen
...
Bekannterweise kann klassische Musik dem
aufmerksamen Zuhörer viele heilsame Schwingungen aufgrund
ihrer harmonischen Strukturen bieten, sie ist zudem Ausdruck
komprimierten Lebens: Glück, Freude, Trauer, Schmerz
oder Erlösung, all diese Gefühle sind in ihr aufgehoben.
Ist es jedoch für viele Erwachsene schon schwierig, einen
Zugang dazu zu finden, so fällt dies Kindern meist noch
schwerer. Es gibt mittlerweile in Bibliotheken und im Fachhandel
ein gutes Angebot von Bemühungen, Kinder an die Klassik
heranzuführen, ebenso gibt es viele speziell für
Kinder entworfene Angebote mit Entspannungsmusiken.
Das bewusste Hören, das der Entspannung
und dem Wohlbefinden des Organismus dienen kann, ist gemeinsam
mit Kindern jedoch eher über einen spielerischen Zugang
zu erreichen:
Das aufmerksame Beobachten von Naturgeäuschen kann ein
guter erster Schritt sein. Ob auf einem Spaziergang oder am
Bett über das Hilfsmittel CD, es entspannt und macht
Spaß, Vogelstimmen und Vogeldialoge zu erkennen oder
den vielfältigen Geräuschen des Windes zu lauschen.
Viele Kinder finden es auch lustig und spannend, den eigenen
Körpergeräuschen
die Aufmerksamkeit zuzuwenden, ein ganz einfaches, entspannendes
Spiel. Auch Malen zu Musik, einfach den Schwingungen auf Papier
folgen, ist eine unkomplizierte und wirkungsvolle Möglichkeit,
sich den Tönen hinzugeben und dabei auf sich selber zu
konzentrieren.
Der Klang der eigenen Stimme ...
Was die aktive Klangerfahrung angeht, so
haben viele Menschen leider erstmal Hemmungen, sie halten
sich für “unmusikalisch”, meistens weil die
ersten Kontakte zur Musik in der Schule unglücklich verliefen.
Das läßt sich jedoch ändern. Es gibt viele
Möglichkeiten, sich der Musik zu nähern, auch wenn
keine Notenkenntnisse vorliegen. Das Entscheidende ist dabei,
jegliches Leistungsdenken über Bord zu werfen und gemeinsam
mit den Kindern Wege zu suchen, die Spaß, Freude und
Entspannung bieten.
Am Anfang kann auf jeden Fall der eigene
Gesang stehen, und wenn erst einmal nur das Intonieren einzelner
Vokale ist. Aaaaaaaaaaa....Oooooo.....Uuuuuu. Das Mantrasingen
basiert auf dieser Grundlage, durch die Nase einatmen und
beim Ausatmen den Vokal erklingen lassen. Das Iiiiiiiiiiiiiii
hat zum Beispiel hat eine sehr belebende Wirkung. Aber auch
lautes Stöhnen, Seufzen oder Summen kann erst einmal
anregend sein, auch, wenn man sich anschließend selber
etwas auslacht, das gehört zum Spaß und zur Entspannung
!
In Begleitung von Naturtoninstrumenten
...
Soll ein Instrument dazu kommen, so empfiehlt sich der Einsatz
eines Naturtoninstruments: Gongs, Klangschalen, Rasseln, Leiern
und Trommeln können nicht “falsch” klingen
und ihre rythmische Begleitung und Wiederholung wirkt beruhigend!
Gerade mit Klangschalen lassen sich auch zusätzliche
spielerische Elemente hinzufügen. Ist die Schale zum
Beispiel groß genug, kann sie mit angenehm warmen Wasser
gefüllt werden, das Kind kann seinen Fuß im Wasser
schweben lassen und beim Anschlagen der Schale die Klangschwingungen
am Körper erleben. Oder aber das Kind kann an einer mit
Wasser gefüllten Schale beobachten, wie sich die Klänge
im Wasser durch Muster und “Zeichnungen” darstellen.
Es gibt mittlerweile viele gute Bücher,
die Eltern bei der Anschaffung und Benutzung von Klangschalen
und Naturtoninstrumenten helfen, ein Literaturtipp findet
sich am Endes des Artikels.
Besondere “Hörspiele”
Wem das alles etwas zu “ruhig”
ist und wer schon etwas ältere Kinder hat, der muß
trotzdem nicht auf entsprechende Klangerfahrungen und ihre
Wirkungen verzichten.
Ein guter Tipp, auch mit der ganzen Familie und am Krankenbett
aktiv zu werden, ist zum Beispiel die “Neusynchronisation”
eines Spiel- oder Zeichentrickfilmes. Eine neuerfundene Klang-
oder “Vokalsprache” lässt garantiert den
Film und die eigenen Klangfertigkeiten in einem völlig
neuen Licht dastehen. Ein Hörspiel, das den Lachmuskeln
und der Entspannung sehr dienlich ist.
Viel Spaß dabei !!
Literaturtipp:
Dorothée Kreusch-Jakob
Zauberwelt der Klänge
Klangmeditationen mit Naturtoninstrumenten
München 2002
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