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die kulturelle Hausapotheke

HEIL-KUNST
die kulturelle Hausapotheke

Wir alle kennen das Gefühl:
wir lesen etwas, hören etwas oder sehen etwas ... und wir fühlen uns auf merkwürdige Weise sofort getröstet oder gestärkt, etwas trifft uns mitten ins Herz.
Ein Musikstück, ein Film, ein Buch, ein Gemälde, ein Photo drückt etwas aus, worin wir uns selber erkennen und was unser Leben, vielleicht sogar unsere Wahrheit wiederspiegelt.
Diese Momente, diese Gefühle, sie stimmen froh und sie geben Mut: Sie sind heilsam.

In der folgenden Serie schreiben wir über die Möglichkeiten, die uns die verschiedensten Künste bieten können, wenn wir nach heilenden Momenten suchen.
Im ersten Teil geht um die populärste Kunst, den Film:

Wenn Gott ins Kino geht ......

Der Film ist die Kunstform, die in der Gegenwart die meisten Menschen erreicht, und zwar durch alle gesellschaftlichen Schichten hindurch. Unabhängig vom Bildungsstand und vom Einkommen, die Kunstform Film fesselt, amüsiert und berührt alle Menschen.
Neben allem trivialen, actionbetontem Trash, der jahraus - jahrein produziert wird, es gibt dabei immer wieder Filme, die uns mitten ins Herz treffen, unsere Seele zum Schwingen bringen:

Sicherlich gibt es für die unterschiedlichsten Zuschauer dabei die unterschiedlichsten Momente: “für manchen mag das Kino ein sehr ungewöhnlicher Ort der Verkündung sein”, meint Norbert Schnabel in seinem Buch “ wenn Gott ins Kino geht - 50 Filme, die man kennen muss” 1) . Dabei geht es ihm nicht darum, ob das Christliche ein beherrschendes Motiv in den Filmen ist, die er vorstellt. Er spricht vielmehr von den besonderen Augenblicken, die unser Herz zutiefst berühren und uns manchmal sogar in unserem Denken, Fühlen und Handeln zu etwas Neuem bewegen können. Oft ist es dabei gerade das Ungewohnte, das Verstörende, das uns veranlasst neue Fragen in uns zu fühlen.

Denn mehr als jede andere Kunstform ist der Film ein sehr emotionales Medium. Es lebt von den großen Gefühlen, in denen uns das Herz auf- und übergeht. Wir suchen in Filmen
die Augenblicke, die uns zum Lachen bringen und zu Tränen rühren, die uns packen und verzaubern. Manchmal zeigen Filme dabei auch auf verstörende Weise all das, was dieser Welt fehlt und was sie quält. Gerade dadurch wird uns dann klar, was wir an Trost und Geborgenheit in unserem Leben suchen und wünschen. Das Kino ist auch ein Ort der (versteckten) Tränen, die uns zeigen, wo unsere Schmerzen liegen, unsere Sehnsüchte, was wir lieben und für was wir kämpfen möchten.

Wenn wir mit den Filmhelden leiden und kämpfen, dann durchleben wir auch ein Stück weit unsere eigenen Niederlagen, feiern unsere Triumphe. Filme vermitteln uns die Hoffnung, dass die persönlichen Nöte zu bewältigen sind, sie geben Mut, den eigenen Fähigkeiten zu vertrauen und helfen uns, unterdrückte Gefühle wahrzunehmen.
Das kann man therapeutische Qualität nennen. Oder aber magisch. Wenn wir uns nach einem Film so unerwartet getröstet und gestärkt fühlen, diese innerlich reinigende und stimulierende Wirkung verspürt haben, dann können wir auch von einer Begegnung sprechen, mit einer inneren Stimme, unserem Engel oder vielleicht ist, wie Norbert Schnabel es formuliert, Gott mit ins Kino gegangen.

Für alle, die gerne ins Kino gehen, sich Filme ausleihen oder kaufen und sich von diesem Artikel animiert fühlen, sei die Besprechung und das Anschauen der 50 ausgewählten Filme in dem Buch empfohlen.
Außerdem, vielleicht für die Feiertage, eine kleine Liste von Filmen, die von der Redaktion als “Nahrung für die Seele” empfunden wurden, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und sehr persönlich.
Wir denken, dass alle Filme über Videotheken, Büchereien oder Internetversand zu bekommen sind, Inhaltsangaben und Kritiken kann man über Google z.B. abfragen.

+ Das Haus am Meer (live like a house)
+ Billy Elliot - I will dance
+ Schiffsmeldungen
+ About a boy
+ Muriels Hochzeit
+ Der Club der toten Dichter
+ Der Kuss der Spinnenfrau
+ Babettes Fest
+ Das Leben ist schön
+ Jenseits der Stille
+ Smoke
+ Erbsen auf ½ 6

1) Norbert Schnabel, wenn Gott ins Kino geht,
50 Filme, die man kennen muss; Wuppertal 2004

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