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In Zeiten von Krisen und Wendepunkten im Leben werden Träume
lebhafter, oft quälender. Der schwere und kräftezehrende
Kampf gegen eine Krankheit spiegelt sich in Träumen von
Eltern und Kindern wider.
Diese Träume, ganz gleich wie irrational,
verzerrt oder grausam, sind ein Bestandteil unseres menschlichen
Bemühens um ein körperliches und seelisches Überleben.
Trotzdem wird den Träumen oft keine große Bedeutung
zugemessen. Es wird in unserer Kultur eher gering geschätzt,
sich mit ihnen zu beschäftigen, sie ernst zu nehmen...
Zu Unrecht. |
Eigentlich kennt jeder das intensive Gefühl am Morgen
nach einem besonders schönen oder besonders beängstigenden
Traum, auch wenn er sich nicht genau an den Trauminhalt erinnert.
Eine Verbindung herzustellen von unserem bewussten Erleben
mit der Traumwelt, kann eine Möglichkeit sein, sich selbst
und mit anderen einen 'Spielraum' im Leben zu schaffen.
Aber Vorsicht, um Missverständnissen direkt vorzubeugen:
Hier ist nicht die Rede davon, Träume zu analysieren,
zu klassifizieren oder gar abzuwerten, in einen anderen Menschen
einzudringen, an seinen Gefühlen herumzudeuten oder sie
zu beurteilen!
Es geht vielmehr darum, mehr auf die innere Stimme der Träume
zu achten und die darin liegende Kraft zu entdecken. Denn
unsere Träume sind ein Produkt unseres eigenen inneren
Bemühens, in dieser Welt einen Sinn zu suchen und unseren
Platz darin. Sie bringen Gefühle zum Ausdruck, sie stehen
in Zusammenhang mit unseren Erfahrungen.
Im Traum verhält es sich ein bisschen wie im Kinderspiel.
Wir können uns, abgeschirmt von der äußeren
Wirklichkeit, mit Erfahrungen und Informationen beschäftigen,
mit Möglichkeiten experimentieren, vermeintlich gefährliche
Dinge ausprobieren oder aber auch Ängste zulassen.
An Alp- und Angstträume können sich die meisten
Menschen am ehesten erinnern. Gerade diese Träume zu
teilen, ist für Kinder oft sehr wichtig. Dem Kind nach
einem solchen Traum aufmerksam und einfühlsam zuhören,
es in den Arm nehmen, kann ihm eine große Hilfe sein,
gerade in Krisensituationen.
Träume in der Familie mitzuteilen und gemeinsam teilen,
kann heißen, sich verstanden zu fühlen. Gemeinsam
weiterträumen, einen anderen Traumausgang suchen oder
'magische' Dinge gegen böse Träume suchen, können
Wege sein, einen Traum'spielraum' für die Familie zu
schaffen.
In diesem Spielraum können auch gute Träume geteilt
werden, die zeigen, wie viel Schönes, wie viel Kraft
und Phantasie in uns lebt.
Wichtig ist jedoch wirklich, dass in diesem Raum die Regeln,
die anfangs formuliert wurden, eingehalten werden: Wenn Familien
gemeinsam träumen, darf es kein Beurteilen, kein Abwerten,
keine 'Analyse' geben, stattdessen aber - wenn die Bereitschaft
da ist - ein phantasievolles Teilen der Gefühle und gemeinsamen
Erfahrungen, gerade in schweren Zeiten.
Wer sich intensiver und ausführlicher mit diesem Thema
beschäftigen möchte, dem sei folgendes Buch empfohlen:
Alan Siegel, Kelly Bulkely; Kinderträume und ihre Bedeutung;
Econ, München 1999
Noch ein Tipp:
Auf den Kinderseiten wird im RUHE- UND KRAFTRAUM mit den Kindern über die Kraft ihrer Träume gesprochen, auf den
Bastelseiten gibt es die Anleitung, einen 'Traumfänger'
zu bauen. . |