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Löwenkind_online Mitspielausstellung  

in Vorbereitung
die Suche nach dem Verwandlungsfenster
eine mobile Mitmachausstellung für Kinderkrankenhäuser und Hospize

lochmauer

Die Idee, eine Mitspielausstellung für Krankenhäuser, Hospize und Tagungen von Selbsthilfegruppen zu schaffen, entstand bereits vor fast 2 Jahren:
Anlass war ein Artikel im Spiegel im Herbst 2005. In diesem Bericht über die Palliativstation der Schmerzklinik in Datteln wurde das Problem angesprochen, dass Familien in akuten Krankheitszeiten oft nicht mehr die Kraft haben, miteinander ihre Gefühle und Gedanken auszutauschen. Die Überschrift zu diesem Artikel lautete „Zimmer ohne Ausgang“, zitiert nach einem Jugendlichen, der sich derart isoliert in seiner Situation fühlte.
Diese „Sprachlosigkeit“, die sich so oft bedrückend über Krankenzimmer legt und zwischen Familien, aber auch professionellen Begleitern und Betroffenen herrscht, war uns aus den eigenen akuten Krisenzeiten nur allzu gut bekannt. In der Diskussion, inwieweit ein Austausch über Sinnesanregungen, Spiele und kreative Materialien eine Kommunikation anstelle der Sprachlosigkeit fördern könnte, entstand schließlich die Idee, zu diesem Zweck eine mobile Mitspielausstellung für Krankenhäuser und Hospize zu entwerfen.
Sie sollte spielerisch und  symbolisch die verschiedenen Stadien und Probleme zum Thema haben, die bei der Verarbeitung des Erlebens von Krankheit und Krisen entstehen können.
 

ohneloch

Geplant und entworfen wurden daraufhin Spiel- und Entdeckungsstationen, die jeweils in verschiedenen Mauern verankert sind. Mit jeder Mitmachaktion sollen diese Mauern nach und nach aufgebrochen werden, bis sich schließlich an der letzten Station ein so genanntes Verwandlungsfenster  öffnet. Diesen Weg entlang der Mauern bis zum Verwandlungsfenster, der durch die Spiele und Entdeckungen mit Überraschungselementen und AHA Erlebnissen verbunden ist, können die Kinder auf verschiedene Art und Weise durchlaufen:

Für Kinder bis 5 Jahre wird als inhaltliche Grundlage eine märchenhafte Handlung mit  Symbolbildern aus der Pflanzen- und Tierwelt erzählt:  ein verzweifelter, von seiner Sommerwiese weggerissener Löwenzahn und eine lebensmutige Spinne  müssen an der unüberwindbar scheinenden Mauer ihren Weg zum Verwandlungsfenster suchen. Die Kinder begleiten die beiden Protagonisten. Die Reiseleitung übernimmt dabei die Figur der Spinne. Sie ist Entertainer, Motivator, Geschichtenerzähler, mal lustig, mal überdreht, immer ein bisschen verrückt. Sie singt Lieder, erzählt Witze, tanzt vor Freude und erweckt dadurch die Zwischenräume der Mauer zum Leben. Die Kinder erleben dies als erzählte Geschichte über mobile CD Player, die sie tragen, und können gleichzeitig in dem Mitmachelementen der Ausstellung spielerisch diese Erfahrungen nachvollziehen. Dadurch sollen sie  auf der symbolischen Ebene ermutigt werden, vor  Gefühlen wie Furcht, Angst und Schmerz nicht zu resignieren, sondern Vertrauen zu entwickeln,  Herausforderungen anzugehen. So kann sich der Blick  auf das hellere Ziel des Weges richten, das durch das Verwandlungsfenster symbolisiert ist, ein Bild für das Öffnen der Starre.

Spinni

Für ältere Kinder ist ein Weg durch die Ausstellung vorgesehen, der einem Rätselspiel gleicht. Thematisch soll es dabei um das Empfinden von verschiedenen Zeitqualitäten  gehen. Die Kinder bekommen konkrete Aufgaben über Fragebögen, die sie spielerisch und durch verschiedenste Sinneserfahrungen an den Mitmachstationen lösen können. Dabei können sie kleine Objekte sammeln, Fünkchen, Sterne, aber auch Dornen. Diese Objekte symbolisieren den emotionalen Gehalt der spielerischen Erfahrungen und bringen den Weg durch die Ausstellung voran, in Teilen mit verschiedenen möglichen Lösungswegen. Die Mitarbeit der Kinder bei dieser Rätselhandlung basiert vor allem auf dem Erkennen des gefühlsmäßigen Gehalts der Aufgaben. 
Außerdem  bekommen alle Besucher an jeder Station  Karten, die noch eine Anregung, einen Spiel- und Basteltipp oder eine kleine Entspannungsübung enthalten. Sie können die Karten behalten, am Ende der Ausstellung bilden sie eine Spielbox, die  Eindrücke und Anregungen der Ausstellung über den Besuch hinaus verlängern kann. Zudem kann diese Sammlung als pädagogisches Begleitmaterial von Begleitern und Pflegepersonal weiterhin genutzt werden. Ein Begleitheft mit pädagogischen Hintergrundinformationen ist zu diesem Zweck der Sammlung hinzugefügt. Eine CD mit den Geschichten und Liedern der Ausstellung ist ebenfalls erhältlich.
Die Spielinstallationen sollen Kliniken für Flure und Freizeiträume, Hospizen und Selbsthilfegruppen im Rahmen ihrer räumlichen Möglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Sie sind so gebaut, dass sie von beiden Seiten bespielbar sind, einmal für die jüngeren und einmal für die älteren Kinder.
austellung


Sie sollen von Löwenkind in Kooperation mit einem Berliner Jugendhilfeprojekt für Veranstaltungstechnik auf- und abgebaut und während einer „Öffnungszeit“ von 2 bis 3 Stunden am Tag / Wochenende von 3 Mitarbeitern des Vereins pädagogisch betreut werden. Die Planung der Aufbauten wird von einem Ingenieurbüro auf sicherheitstechnische Anforderungen hin überprüft. Für die Finanzierung sind Anträge für Förderungen in Arbeit oder bereits gestellt worden, sowohl für den Bau der Installationen als auch für die Unterhaltskosten der Ausstellung.
Zunächst ist das Angebot für die Bereiche Berlin- Brandenburg und bestimmte Regionen von Mecklenburg-Vorpommern geplant, über eine evtl. Ausdehnung des Wirkungskreises kann jetzt noch nicht entschieden werden.

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